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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neue/alte Rechtschreibung



climber
07.10.2004, 19:13
habe heute mein Portemonnaie (oder schreibt man das neu Portmonä ;) ) in der Cafeteria auf dem Höngg liegen lassen -- hab es ca 2 Stunden später gemerkt. Als ich dann wohl oder übel nochmals auf den Höngg hochgepilgert bin, hatte es jemand in der Cafeteria abgegeben - kein Rappen hat gefehlt und den Finder kenn ich nicht (für Finderlohn oder so). Ergo, es gibt sie noch, die ehrlichen Finder. Respect.

Montag
07.10.2004, 22:05
Die neu zulässige Schreibweise für Portmonnaie lautet Portmonee. :rolleyes:

Dreamflower
07.10.2004, 22:18
nur wenn die neue Rechtschreibung durchkommt welche aktuell von 60% der deutschen abgelehnt und von allen grossen Printmedianverlagen boykotiert wird ;)

Nur weil die Deutschlehrer was mögen, muss man es noch lange net unterstützen ;)

ena
07.10.2004, 23:05
Original von Dreamflower
nur wenn die neue Rechtschreibung durchkommt welche aktuell von 60% der deutschen abgelehnt und von allen grossen Printmedianverlagen boykotiert wird

Die Mehrheit aller Deutschsprachigen lehnt wohl jegliche Rechtschreibung ab, ob neu oder alt, weswegen ich die 60% fuer kein besonders stichhaltiges Argument halte. :D

Guns N` Roses
07.10.2004, 23:09
@ena:
ROFL
(jedes Wort unterschreib)

ena
07.10.2004, 23:13
:) Die Argumentation ist ehrlich gesagt bei der NZZ geklaut, aber die Aussage ist doch nur zu wahr... (Was ist ein Printmedian?)

Apophis
07.10.2004, 23:33
Original von Montag
Die neu zulässige Schreibweise für Portmonnaie lautet Portmonee. :rolleyes:

Beherrschst du die alte Rechtschreibung? Die Version hast du nämlich falsch, die Neue dafür richtig :)

Das heisst Portemonnaie und selbst das ist nicht französisch, das wäre nämlich mit Bindestrich. Übrigens ist die eingedeutschte Variante die Hauptvariante aber auch die halbfranzösische Version ist gültig...

EDIT: ist ja herrlich, ich hab mir schon gedacht das ich es nicht schaffe zwei Sätze korrekt hinzuschreiben, aber versuchen kann man es ja...

Montag
07.10.2004, 23:47
@ena, G'n'R:
:D

@Apo:
Ich gehe eben mit der Zeit und habe die alte Version schon fast vergessen ... ;)
Übrigens wäre die korrekte Schreibweise (in alter und neuer Rechtschreibung) "beherrschen". :)

RaphiCHi
08.10.2004, 01:08
Original von Dreamflowernur wenn die neue Rechtschreibung durchkommt
Ist die NDR nicht schon 'offiziell' eingeführt?

Dreamflower
08.10.2004, 01:37
Nein noch ist die übergangsphase

die eigentliche offizielle "einzig-und-alleine" Gültigkeit hätte irgendwann diesen herbst / nächstes Frühjahr sein sollen ...

hätte sollen wenn man die aktuellen diskussionene verfolgt.

ich wäre für eine vereinfachung der deutschen sprache -> gross klein schreibung ( die ja bekanntlich aus einem "PR Gag" eines italieners entstanden ist, der seinen text interessanter aussehen lassen wollte ) raus.

wenn man meist nur englisch schreibt geht die gross-klein schreibung und der sinn dafür eh auf die dauer flöten ...

Guns N` Roses
08.10.2004, 02:17
Die Gross-/Kleinschreibung mag wohl ihre Tücken haben, sie hat aber auch Vorteile. Vielleicht merkt man das nicht, wenn man (sorry) nur den Blick liest, aber wie will man figurativ gemeinte Ausdrücke wie "beim alten bleiben", "im trüben fischen" oder "auf dem trockenen sitzen" sonst von konkret gemeinten ("beim Alten bleiben", "im Trüben fischen", "auf dem Trockenen sitzen") unterscheiden?

Ich finde die Gross-/Kleinschreibung etwas, das einfach zur deutschen Sprache dazugehört (wie etwa die Schriftzeichen zum Chinesisch). Leider macht sich heute kaum mehr jemand die Mühe, es mit den Feinheiten (Kommasetzung, Akkusativ[!], Gross-/Kleinschreibung, Bedeutung von Sprichwörtern und Zitaten) genau zu nehmen. Dafür kann man an einem kurzen Text sehr schnell erkennen, was ungefähr das (zumindest sprachliche) Niveau des/der Schreibenden ist und wie viel Mühe er/sie sich mit dem Text gegeben hat. Im Falle von Briefen lässt das durchaus Rückschlüsse darauf zu, welche Wertschätzung der/die Schreibende dem Adressaten entgegenbringt - unabhängig davon, was der Wortlaut ist.

DISCLAIMER
Ich behaupte von mir nicht, sämtliche Details der Rechtschreibung ausw{e/ä}ndig zu wissen und in jedem Fall korrekt anzuwenden. Aber ich gebe mir Mühe :))

Dreamflower
08.10.2004, 02:27
Wie man es unterscheiden soll?
Ich vermute mal so wie man es im englischen macht wo 1 wort adjektiv, verb und nomen sein kann bei gleicher schreibung.

Nur weil die deutsche sprache es sich komplizierter macht als nötig, muss es noch lange nicht gut sein. Wenn eine sprache andere zeichen hat, ist das eine sache, aber kaum eine sprache hat eine so verdrehte grammatik wie deutsch und dieser "besser lesbar quatsch" den wir aktiv am leben erhalten wie übertriebene kommataverteilung ( nach neuer rechtschreibung auch vor "und" bzw. "oder" ) oder gross- und kleinschreibung bringen der lesbarkeit nicht wirklich viel, finde ich zumindest.

wäre wie wenn man so lustige worte wie "ichfindedieseganzerechtschreibereformtotalunnötig" nicht lesen könnte ... komischerweise werden es viele lesen können, es ist nur für den lesefluss sinnvoller wenn man leerschläge verwendet ... wir haben in der deutschen sprache einfach viel unnütze kosmetika die der sprache selbst nichts bringen ausser sie zur erlernung unnötig schwerer machen und ein bissal interessanter auszusehen auf einem papier.

alle anderen sprachen kommen ja auch damit aus, dass man nur satzanfänge und namen gross schreibt und wenn uns nicht ein italiener aus pr ideen das angetan hätten, hätten wir auch nicht jeden mist grossgeschrieben ...

till
08.10.2004, 02:40
heisstdasohnezwischenräumezuscheribenistbesseralsm it?? ?( (das ist im Fall gar nicht so einfach die Zwischenräume wegzulassen beim Schreiben.. *g*)

und woher hast du das mit deinem Italiener?

Dreamflower
08.10.2004, 02:52
hatten wir ma im deutschunterricht in der oberstufe, dass dies durch einen versuch eines italieners kam der versuchte seine deutschen texte interessanter zu machen und darum lustig gross- und kleinschreibung rein brachte ( wie die krassen CS lamer mit ihrer krassen zahlen-buchstaben-zeichensprache ;) ) woraus dann die ersten gross- und kleinschreiberegeln entstanden.

und jo die zwischenräume wegzulassen ist wegen dem space-reflex ziemlich schwer *ggg* musste ich vorhin auch feststellen beim schreiben des 1-wort-satzes oben.

Apophis
08.10.2004, 02:59
Diese Kosmetika, wie du sie nennst, sind aber ganz hübsch und machen nunmal auch einen Teil des Charakters der deutschen Sprache aus. Ich mach häufig Fehler, trotzdem finde ich die deutsche Grammatik und Rechtschreibung äusserst vielfältig und ungemein interessant. Deutsch war nicht umsonst die Sprache der Denker und Dichter. Was würde aus Französisch werden, wenn man nur noch Lautschrift verwenden würde, der gesammte Flair würde verloren gehen...

Eine Sprache ist so lebendig wie diejenigen die sie Schreiben, ich werde Photographie oder Fotografie nach Gutdünken verwenden. Die Sprache ist nicht festgeschrieben, aber in meinem Hirn ist nunmal ein Schriftbild eingerbrannt, aber die Jungen werden die neuen Schriftbilder genau so selbstverständlich finde wie wir die alten.

Megaschlangenwörter gehören genauso zur deutschen Sprache wie der Genitiv oder das trennen von Verb und Hilfsverb. (Hat einen Namen der mir nicht einfällt)

oder wollt ihr so schreiben?

Rath, That, Thor, giebt, Brod

und jeder weiss was ich meine wenn ich schreib

gib 8. oder 8-tung, dazu muss ich kein 1337 schreiben ;)

Dreamflower
08.10.2004, 04:04
solange man die grammatik nicht benutzt um rechtreschreibung zu definieren wie deutsch mit den neuen "herleitungen" ( oder wegleitungen ) von worten bzw. in welchem falle nun "e" verwendet wird und wo "ä", ist das ja noch eine sache. Aber es gibt auch fälle wo es die deutsche sprache mit ihrer kosmetika übertreibt, vor allem wenn du ausländert versuchst die sprache näher zu bringen.

Seien es die ständig ändernden trennungsgesetze für ck, tz und dergleichen oder das die ehemals angedeutschten französischen oder sonstigen fremdworte sind, die heutzutage kaum mehr richtig zu schreiben sind ( oder wie wärs mit den mehrzahlen von eigentlich lateinischen worten etc ... ma gucken wie viele von euch globen schreiben und damit falsch liegen, da es globusse heisst neu und dergleicher schwachsinn den sich nur deutschlehrer / profs und andere überhaupt erspinnen können )

es gibt auch im französisch dinge die die sprache schon lange nicht mehr braucht, aber franzosen sind auch patri-idioten wie die amis, die würden nie ihre grammatik von mittelalterlichem balast befreien, egal ob sie gewisse tempi und modis seit der jahrhunderwende 1900 nicht mehr brauchen da sie einfach veraltet sind.

Guns N` Roses
08.10.2004, 11:03
Original von Dreamflower
[...]den wir aktiv am leben erhalten wie übertriebene kommataverteilung ( nach neuer rechtschreibung auch vor "und" bzw. "oder" ) oder gross- und kleinschreibung bringen der lesbarkeit nicht wirklich viel, finde ich zumindest.
[...]

Nach NDR ist Komma vor "und" freiwillig. Nach ADR gabs genaue Regeln, die ein Komma verlangten oder verboten (zwei vollständige Hauptsätze nacheinander, wie e.g. "Johanna spielte auf dem Klavier, und Johannes sang dazu"), weiter ist neu das Komma vor "erweiterter Infinitiv mit 'zu'" freiwillig (neu ist "Sie gingen ohne sich zu verabschieden" korrekt, alt müsste es "Sie gingen, ohne sich zu verabschieden" heissen). In der NDR muss man folglich weniger Kommas setzten als in der ADR.

@Leerschlagweglasser
Und wer von euch bringt Kindern das Lesen bei?

aco
08.10.2004, 11:56
Als ich vor 15 Jahren in die Schweiz kam, musste ich die deutsche Sprache erlernen. Heute beherrsche ich sie meiner Meinung nach sehr gut und kann sagen: ich werde die NDR nie akzeptieren. Sie ist schlicht schlecht!

Sie ist nicht konsequent und ist dadurch entstanden, dass Wörter jetzt so geschrieben werden, wie sie die Mehrheit früher falsch schrieb.

Zum Teil ist es fast ein Verbrechen, wie lateinische, griechische, französische etc. Wurzeln von Wörtern in der NDR einfach ausgemerzt werden.

Auch das Argument "es ist einfacher" ist nur eine Illusion; eine Rechtschreibung kann nicht einfach oder schwer sein, man muss sie lernen indem man z.B. viel liest. Dieser Prozess des Erlernens muss schon früh in der Schule wie auch zu Hause beginnen. Die Eltern sollte ihre Kinder ab und zu mal ermuntern, ein Buch zu lesen und dieses mit ihnen auch diskutieren. Es ist aber einfacher, ihnen eine Playstation 2 und ein Handy für Klingeltöne zu kaufen.

Die deutsche Sprache hat (wie alle anderen Sprachen) eine Geschichte und die Charakteristiken dieser Geschichte spiegeln sich in der Sprache wieder. Warum soll man diese eliminieren? Damit der Duden in einer neuen Auflage Millionen verdienen kann?!

Meine Meinung.

Apophis
08.10.2004, 12:12
also das mit den Wurzeln ;) Ich würde sagen da hat Deutsch sich doch wirklich bewährt. Wir schreiben weiterhin Philosophie und nicht wie im Italienischen Filosofia. Die Sprache ist im Wandel, um ob ich jetzt Stengel oder Stängel schreib ist mir eigentlich wurscht.

Dreamflower hat leider auch keine Ahnung von der NDR, aber du kannst gerne mal dein Wörterbuch unter Globus aufschlagen da steht, bzw da stand auch schon davor:

Glo|bus m.Gen. -Mz, -ben, eindeutschend auch m.1 Nachbildung der Erd- oder Himmelskugel, auch: die Erdkugel

Ich finds witzig, wenn Leute soviele schöne Beispiele bringen die vorher schon genau gleich gehandhabt wurden :) aber nur weiter so...

GosuBoy
08.10.2004, 12:20
Original von Dreamflower
es gibt auch im französisch dinge die die sprache schon lange nicht mehr braucht, aber franzosen sind auch patri-idioten wie die amis, die würden nie ihre grammatik von mittelalterlichem balast befreien, egal ob sie gewisse tempi und modis seit der jahrhunderwende 1900 nicht mehr brauchen da sie einfach veraltet sind.


Es ist schon interessant, was du alles weisst. Dumm, dass du manchmal mit deinen Behauptungen ziemlich daneben liegst. Deswegen weiss ich bei dir nie, ob du jetzt einfach etwas schreibst, weil du hoffst, dass es keiner weiss und es dir deshalb alle glauben oder ob du tatsächlich eine Information publizierst, die tatsächlich der Realität entspricht.

Wenn ich mir das Zitat so ansehe, dann verstehe ich, wieso du Grammatik (insbesondere Kommasetzung) nicht magst. Dies impliziert nicht, dass ich keine Fehler mache, aber wenn man so dick aufträgt wie du, dann provoziert eine solches Buchstabenintermezzo unglaublich.


Und während dem Verfassen dieses Post hat Apophis meine obige Aussage bestätigt. ;)

Dreamflower
08.10.2004, 14:15
Ich habe keinen neuen Duden ( da ich den während der Kanti hätte kaufen müssen und da bis jetzt beide gelten, sah ich den Sinn nicht ein, Geld zu verschwenden ), kann es also insofern nicht nachprüfen.
Wurde nur damals gesagt als ich zuletzt was mit Deutschunterricht zu tun hatte, dass einige der Mehrzahlformen von Fremdworten "angedeutscht" wurden wobei Lexikon und Globus als Beispiele genannt wurden. ( alt ja Lexika, Globen - neu Lexikons, Globusse ( oder nur mit einem s? ) )
Ich habe mich seither auch net weiter damit beschäftigt und die neue Rechtschreibung ist mir ehrlich gesagt auch Schnuppe.

Die Deutschen können von mir aus machen, was sie wollen, aber ich werde sicher nicht wegen ein paar Idioten Worte, die aus dem französischen kamen jetzt mit ihrer total falschen Schreibweise schreiben ( einige wurden ja schon genannt, andere wären Worte wie Coiffeur, Chauffeur und dergleichen ), nur weil scheinbar die meisten Deutschen nicht fähig sind ihre eigene Sprache auch zu schreiben, so, dass man die Sprache dieser Mehrheit an unfähigen Schreiber anpassen musste.

Apophis
08.10.2004, 14:20
Lexikon gibt's weder nach neuer noch nach alter Rechtschreibung eine eingedeutschte Mehrzahl-fassung. Es ist ja schön das du dich über etwas aufregst über das du offensichtlich keine Ahnung hast... aber wenn du schon gegen NDR bist dann solltest du wenigstens versuchen Beispiele zu finden die tatsächlich existieren...

Dreamflower
08.10.2004, 14:31
Ich habe mir eben die Mühe gemacht die zwei genannten Beispiele in Onlinedictionaries nach zu prüfen und ziehe deshalb dies Beispiele Globus und Lexikon zurück.
Da habe ich mir wohl damals Blödsinn angeben lassen.

sorry

eromb
08.10.2004, 17:09
AFAIK ist es ja so, dass die Schweiz(-erInnen) nicht möchte, dass Fremdwörter noch mehr verfremdet werden. Hat mir mal jemand gesagt. Das würde heissen, wenn an der NDR festgehalten wird, dann haben die Deutschen und die Schweizer noch mehr (und vor allem grössere) Differenzen in ihren Sprachen, als nur ein triviales Ersetzen von ß und ss.
Das ist meiner Meinung nach völlig bescheuert. Es soll ja eigentlich eine Sprache sein.

/eromb, der 7 Jahre in D gewohnt hat, grosse Probleme mit der Grammatik hatte, diese aber mit Training in den Griff bekommen hat. Es ist nämlich gar nicht so schwer, wenn man sich die Zeit nimmt (was in der Schule möglich sein sollte).
Es gibt überall fiese Beispiele, aber im Normalfall Gross-/Kleinschreibung, das/dass, ß/ss... richtig zu schreiben ist nicht so schwer (zumindest in der alten Rechtschreibung!!)

Noch zwei witzige Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerdeutsch Wortschatzbeispiele!
http://als.wikipedia.org/wiki/Houptsyte Wikipedia auf Allemannisch (Hoch-/Höchstdeutsch) also Südwestdeutschland, Schweiz, Lichtenstein, Vorarlberg

Montag
08.10.2004, 18:58
"Eindeutschen von Fremdwoertern finde ich scheisse":
Das heisst ihr schreibt alle "café" statt des furchtbar eingedeutschten Kaffees?! Ich finde es nicht berechtigt, Schuelern das Beherrschen der Orthographie aller Sprachen, die jemals in Mode waren, zuzumuten.

"Illusion: Es ist einfacher"
Das ist keine Illusion. Eine Staerkung des Stammprinzips fuehrt bspw. zu einer systematischeren Schreibweise und veringert damit die Anzahl der auswendigzulernenden Ausnahmen. Gleiches gilt fuer eine Angleichung der Schreibweise an die Aussprache.

"Geschichte soll erhalten bleiben"
Muessen wir uns der Geschichte wirklich erinnern, indem wir bei jedem Satz die Trugschluesse und den Aberglauben unserer Vorfahren mitschleppen? (Man kann die Sprache nicht immer nur reicher machen, manchmal muss man sie auch entruempeln.) Findest Du es tatsaechlich einen nennenswerten Verlust geschichtlichen Bewusstseins, wenn das Telefon nicht mehr "Telephon" geschrieben wird?

"Gross-/Kleinschreibung":
Schreiben sie recht? Oder schreiben sie Recht? Aber nein, Grossschreibung ist ja nur Kosmetik.

"Diskussion":
Nur weil jemand nicht versteht, wozu ein sprachliches Mittel eingesetzt werden kann, muss dieses Mittel nicht sinnlos sein und daher per Dekret aufgehoben werden. Also bitte erspart mir weitere Argumente nach dem Prinzip: Ich sehe keinen Sinn in XY, also sieht niemand einen.

Montag

Guns N` Roses
08.10.2004, 19:14
Amen.

Dreamflower
08.10.2004, 19:14
Also bitte erspart mir weitere Argumente nach dem Prinzip: Ich sehe keinen Sinn in XY, also sieht niemand einen.

Wäre es nur eine Person, ok.
Aber irgend einen Grund wird es schon geben, dass es im grossen Massstab boykotiert wird oder?
Die NDR hat einige gute Dinge ( wie das schreiben dreier "s" wo auch 3 hingehören ), aber speziell so Dinge wie das Ableiten von "Stammwörtern" hilft nicht wirklich, wenn es danach einfach falsch aussieht.

Und "schreiben nach hören": Wie gesagt, nur weil Deutschland nicht fähig ist, einfache französische Worte zu lernen, muss es noch lange nicht, dass man sie "unlesbar" machen muss. Das wäre wie wenn man zb im englischen alles durch US Slangenglisch ersetzen würde, nur weil scheinbar viele die Rechtschreibung nicht lernen wollen. ( was zur Folge hat, dass man einige Dinge nicht mehr versteht, wenn man sie nicht ausspricht - geht mir bei einigen NDR eingedeutschten französischen Worten nicht anderst ).
Wer nach sprechen schreiben will, kann das doch. Er lernt einfach die Lautschrift sowie die entsprechenden deutschen Silben - Repräsentationen, dann ist das kein Problem.

Sprich warum Dinge an der Rechtschreibung ändern nur weil einige Leute zu faul sind sie zu lernen? Ich sehe die zer-Deutschung, speziell der französischstämmigen Worte, nicht als Vereinfachung, da die Worte und ihre Schreibweise weder logischer, noch einfacher zu erlernen macht, und solange wir Zwangsfranzösisch in der Schweiz haben, wird sich das auch nicht ändern wegen der direkten Sprachassoziationen zwischen den Sprachen bzw. entsprechenden Worten.

Kdansky
08.10.2004, 21:23
Muss ja sagen: Eigentlich ist mir die NDR ziemlich egal, die Änderungen sind grossenteils nicht wirklich relevant (jaja, ok, Gämse statt Gemse, das brauche ich ja soooo oft) und eigentlich nie wirklich tragisch. Zugegeben: Bringen tut es auch überhaupt nichts und dirverse Änderungen sind einfach nur Quark:

greulich -> gräulich ("schrecklich")
gräulich -> gräulich ("grau")

Was ich viel schlimmer finde: Eigentlich sollte man im Deutschsprachigen Raum nicht so über die NDR schimpfen sondern den Kindern (und Erwachsenen) mal gescheite Rechtschreibung einbläuen. Was man hier im Forum so liest grenzt zwischendurch an Marter.

"Die Farbe des Hause's war Rot" - ARGH!
Hans sagte es ist schön. (korrekt: Hans sagte, es sei schön.)
Solche Sätze muss man grundsätzlich zweimal lesen, um sie zu verstehen. (Ja, ADR Komma)

Aber die Rechtschreibabstinenzler berufen sich dann auf solche schlicht und einfach dummen Aussagen wie "mir gefällt das Falsche besser" (wtf??) oder "kannst es mir ja nicht verbieten, so zu schreiben" (stimmt leider) oder "Redefreiheit" (bezieht sich ja auf Semantik und wir reden hier von Syntax, aber bessere Argumente sind zugegebenermassen schwer zu finden). Ja bitte sehr, wenn ihr Fehler so sehr mögt, dann stört es ja sicher auch niemanden, wenn in der nächste Gehaltsscheck von Herrn Mayer stattdessen an Herr'n Meir geht oder sich ganze Vorlesungsääle (Saal -Sääle?) über eine Lächerlichkeiten auf Euren Unterlagen amüsieren.

eromb
08.10.2004, 21:27
Original von Montag
"Eindeutschen von Fremdwoertern finde ich scheisse":
Das heisst ihr schreibt alle "café" statt des furchtbar eingedeutschten Kaffees?! Ich finde es nicht berechtigt, Schuelern das Beherrschen der Orthographie aller Sprachen, die jemals in Mode waren, zuzumuten.
Also ich finde Kaffee schon sinnvoll anstatt café. Welcher Deutsche hat schon ein accent aigu auf seiner Tastatur? Warum auch, er brauchts ja eh höchst selten. Und ohne, also cafe, würde man es falsch aussprechen.


Original von Montag
"Illusion: Es ist einfacher"
Das ist keine Illusion. Eine Staerkung des Stammprinzips fuehrt bspw. zu einer systematischeren Schreibweise und veringert damit die Anzahl der auswendigzulernenden Ausnahmen. Gleiches gilt fuer eine Angleichung der Schreibweise an die Aussprache.
Wenn du Ausnahmen hasst, dann lern doch Esperanto. Eine reale (sprich wiklich gesprochene) Sprache kann nicht ohne Ausnahmen auskommen.


Original von Montag
"Geschichte soll erhalten bleiben"
Muessen wir uns der Geschichte wirklich erinnern, indem wir bei jedem Satz die Trugschluesse und den Aberglauben unserer Vorfahren mitschleppen? (Man kann die Sprache nicht immer nur reicher machen, manchmal muss man sie auch entruempeln.) Findest Du es tatsaechlich einen nennenswerten Verlust geschichtlichen Bewusstseins, wenn das Telefon nicht mehr "Telephon" geschrieben wird?
Ist jetzt meiner Meinung nach nicht der Grund, aber ich finde es macht Sinn, wenn wir ältere Texte noch lesen können, wenn sie in derselben Sprache geschrieben wurden. Du kannst altdeutsche Texte noch sehr gut, also flüssig, lesen, wenn du dich daran gewöhnt hast, dass der komische Hacken, der aussieht wie ein f, eigentlich ein s sein soll. (Di haben nicht alle gelispelt damals ;)


Original von Montag
"Gross-/Kleinschreibung":
Schreiben sie recht? Oder schreiben sie Recht? Aber nein, Grossschreibung ist ja nur Kosmetik.
Ist sie ja eben nicht. Und sie erhöht die Lesbarkeit enorm. Für Lernende ist der Text so auch einfacher zu lesen.


Original von Montag
"Diskussion":
Nur weil jemand nicht versteht, wozu ein sprachliches Mittel eingesetzt werden kann, muss dieses Mittel nicht sinnlos sein und daher per Dekret aufgehoben werden. Also bitte erspart mir weitere Argumente nach dem Prinzip: Ich sehe keinen Sinn in XY, also sieht niemand einen.

Montag
Richtig. Die Sprache ist auch irgendwie zu dem geworden, was sie heute ist. Und zwar nicht ohne Grund.

Dreamflower
08.10.2004, 21:33
Die NDR wird auf jeden Fall 1.8.2005 eingeführt, wurde heute beschlossen. ( zumindest von den Deutschen oder so. Wie es mit A und CH aussieht weiss ich allerdings nicht )

zis
08.10.2004, 21:35
Original von eromb
Ist jetzt meiner Meinung nach nicht der Grund, aber ich finde es macht Sinn, wenn wir ältere Texte noch lesen können, wenn sie in derselben Sprache geschrieben wurden. Du kannst altdeutsche Texte noch sehr gut, also flüssig, lesen, wenn du dich daran gewöhnt hast, dass der komische Hacken, der aussieht wie ein f, eigentlich ein s sein soll. (Di haben nicht alle gelispelt damals ;)

Das ist aber nur die Schrift (Fraktur, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Fraktur_%28Schrift%29 ). Hast Du mal versucht, einen mittelhochdeutschen Text zu lesen? Ich bin bei unseren Nibelungen-Exkursen fast verzweifelt... Beispiel: http://de.wikipedia.org/wiki/Walther_von_der_Vogelweide - versuch's zuerst ohne die Übersetzung (mit ist's nicht mehr so schwierig).

Äs Grüässli
Zis, die schon ganze Bücher in Fraktur verschlungen hat, sich aber mit mittelhochdeutsch nie anfreunden konnte

Apophis
08.10.2004, 22:01
Original von eromb

Original von Montag
"Eindeutschen von Fremdwoertern finde ich scheisse":
Das heisst ihr schreibt alle "café" statt des furchtbar eingedeutschten Kaffees?! Ich finde es nicht berechtigt, Schuelern das Beherrschen der Orthographie aller Sprachen, die jemals in Mode waren, zuzumuten.
Also ich finde Kaffee schon sinnvoll anstatt café. Welcher Deutsche hat schon ein accent aigu auf seiner Tastatur? Warum auch, er brauchts ja eh höchst selten. Und ohne, also cafe, würde man es falsch aussprechen.


Unsinn, Kaffee und Café haben im Deutschen nicht mehr die gleiche Bedeutung. Ein Café ist ein Ort, an dem man Kaffee (oder anderes) trinkt.

Auf meiner Tastatur hat es übrigens éàè dafür aber kein sz (Alt.Gr. - s funktioniert bei mir nicht)

Das die Schweiz einige Sonderheiten hat war immer schon so, und es wird nunmal so sein das in der Schweiz keiner Majonäse schreiben wird. Na und? Die NZZ macht es richtig die haben einen eigenen Katalog, einige Neuerungen werden rüberschwappen und einiges wird in der Schweiz einfach näher am Französisch bleiben.

Schaut euch euer Wörterbuch an, da gibt es soviele schöne Ausnahmen (schweiz. österr. bayr.) Sprache ist nunmal lebendig :)

EDIT: Satzanfänge gross zu schreiben ist für Anfänger. (bäh)

eromb
08.10.2004, 22:02
Also es geht. Ist nicht so leicht, aber auch nicht wahnsinnig schwer. Aber der Text stammt auch aus 1200. Seit da hat die Sprache doch recht viele Wandlungen durchgemacht (aber nicht überall). Aber immerhin, du kannst noch mit relativ wenig Aufwand verstehen, was damals geschrieben wurde. Und das ist schon beachtenswert.
Andererseits ist die Sprache der Römer bis heute gleichgeblieben. Aber das vorallem aus dem Grund, dass sie niemand aktiv benutzt hat, es also eine künstliche Sprache geworden ist. Sprache lebt. Aber sie lebt nicht dadurch, dass man eine Reform einführt und allen Sprechenden diktiert, wie sie die Sprache jetzt neu sprechen und schreiben müssen.

eromb
08.10.2004, 22:17
Original von Apophis
Unsinn, Kaffee und Café haben im deutschen nicht mehr die gleiche Bedeutung. Ein Café ist ein Ort an dem mann Kaffe (oder anderes Trinkt)
Du meinst ein Kaffeehaus. Auch hier unterscheidet sich das deutsche Deutsch vom Schweizerischen. Ich kenne das Café nur aus der Schweiz. In Deutschland sagt man dazu Kaffeehaus.


Original von Apophis
Auf meiner Tastatur hats übrigens éàè dafür aber kein sz (Alt.Gr. - s funktioniert bei mir nicht)
Du hast auch ein sg oder de_CH Tastaturlayout drauf. Schalt mal um auf de, dann hast du zwar ß aber kein éèà mehr. Ich bin eh dafür, dass man eine Sprachreform einführt und die Buchstaben so vertauscht, dass das Dvorak-Layout unnötig wird. :D


Original von Apophis
Das die Schweiz einige Sonderheiten hat war immer schon so, und es wird nunmal so sein das in der Schweiz keiner Majonäse schreiben wird. Na und? die NZZ macht es richtig die haben einen eigenen Katalog, einige neuerungen werden rüberschwappen und einiges wird in der Schweiz einfach näher am französisch bleiben.

Schaut euch euer Wörterbuch an, da gibt es soviele schöne Ausnahmen (schweiz. österr. bayr.) Sprache ist nunmal lebendig :)
Mit Lebendigkeit hat das jetzt aber wirklich nichts zu tun. Es geht ja nur da drum, dass noch mehr Sprachwissenschaftler und sonstige Hirnis eingestellt werden müssen. ;)
Nein, jetzt mal im Ernst. Die Deutschen haben natürlich das Problem, dass viele Fremdwörter im 2. Weltkrieg ausgerottet (bzw. ihre Herkunft verschleiert) werden sollte. Dass da die Schweiz nicht mitgemacht hat ist nur logisch. Aber was soll jetzt passieren? Sollen die Schweizer ihre Sprache immer mehr verselbstständigen, oder soll man sich anpassen. Und was sollen die Deutschen mit ihren "Unwörtern" machen? Sollten die eine Gegenreform einleiten?

[Edit:] Apo, es hat immer noch Rechtschreibfehler... :D

Dreamflower
08.10.2004, 22:25
Und was sollen die Deutschen mit ihren "Unwörtern" machen?

Vielleicht mal lernen, dann würden sie sie auch nimmer konsequent falsch schreiben :D

Apophis
08.10.2004, 22:28
Warum sollte sich die Schweiz anpassen? Mir wurde mal gesagt, eine Sprache ist ein Dialekt mit einer Armee. Eigentlich hat sich die Schweiz, rein sprachlich doch schon sehr angepasst. Ich weiss nicht wie es weiter geht, aber ich glaube nicht das sich die sprachliche Kluft schmälern wird.

Natürlich hab ich ein de_ch Layout auf meiner Tastatur, so ist sie nämlich angeschrieben. Und ob du es glaubst oder nicht in dem Land in dem ich wohne ist dies das standard Layout.

Doch, doch das hat mit Lebendigkeit zu tun, geh mal in einen Schweizer Chat, da kriegt man das fürchten ;) da werd' ich blöd angemacht wenn ich Schriftdeutsch schreib...

eromb
08.10.2004, 22:33
Original von Apophis
Warum sollte sich die Schweiz anpassen? Mir wurde mal gesagt, eine Sprache ist ein Dialekt mit einer Armee. Eigentlich hat sich die Schweiz, rein sprachlich doch schon sehr angepasst. Ich weiss nicht wie es weiter geht, aber ich glaube nicht das sich die sprachliche Kluft schmälern wird.
Also das mit dem Anpassen musst du mir schon noch erklären!


Original von Apophis
Natürlich hab ich ein de_ch Layout auf meiner Tastatur, so ist sie nämlich angeschrieben. Und ob du es glaubst oder nicht in dem Land in dem ich wohne ist dies das standard Layout.

Welcher Deutsche hat schon ein accent aigu auf seiner Tastatur?


Original von Apophis
Doch, doch das hat mit Lebendigkeit zu tun, geh mal in einen Schweizer Chat, da kriegt man das fürchten ;) da werd' ich blöd angemacht wenn ich Schriftdeutsch schreib...
Hä? Was hat das mit dem Thema zu tun?

Apophis
08.10.2004, 22:47
Du hast gemeit die Schweiz soll ihre schreibweise den Deutschen anpassen... Meine ganzen Antworten die du nicht verstanden hast bezogen sich darauf.

Ich mein für viele ist Hochdeutsch recht fremd und das dies trotzdem die Amtssprache ist zeigt doch wohl das die Schweiz sich angepasst hat. Wenn du sehen willst wie wir schreiben würden, wenn es das nicht gäbe sollst du in einen Schweizer Chat, dann behauptest du nicht mehr das die Schweizer Schriftsprache so anders ist...

eromb
08.10.2004, 23:00
Hab das eigentlich einfach so in den Raum gestellt. Ob die Deutschen oder die Schweizer sich anpassen ist ja egal, aber dass es jemand tut, das scheint mir schon nötig.
Die Diskussion wegen dem Hochdeutschen ist eigentlich völlig sinnlos. Denn wie willst du heute bitte eine einheitliche Amtssprache aus dem Schweizerdeutschen hervorbringen? Die Zürcher sagen wie sichs gehört und alle anderen müssen das akzeptieren? Nur über meine Leiche! :)
Der Dialekt ist ja eben ein Dialekt, weil er überall anders ist. Und ausserdem lernst du in der Schule ja auch kein Schweizerdeutsch. Du lernst Hochdeutsch. Aber für die Mehrheit ist das heutzutage leider schon zu viel verlangt.
Man könnte fast meinen die Hirne seien in den letzten Jahrzehnten geschrumpft. Eine Folge der Hippi-Ära? ;)

[Edit: 100. Post. Juhu, krieg ich jetzt einen gratis Router vom VIS? :D]

Oldie
08.10.2004, 23:16
Und als nächstes verlangst Du, dass alle englischsprachigen Länder ihre Orthographie angleichen sollen?

Verschiedene Länder mit verschiedenen Kulturen werden eine mehr oder weniger gleiche Sprache immer verschieden behandeln. Damit musst Du Dich abfinden.

Ich finde das ganze Angleichen aller Varianten der deutschen Sprache unnötig und auch ein wenig faschistoid. Ich meine, schon ein Bayer spricht und schreibt anders als einer aus dem Ruhrgebiet, und die leben im selben Land.

Und zum Schluss noch mein Beitrag zum Thema:
Ich finde eine Schreibreform absurd. Die Schreibe lässt sich, genau wie die Sprache, nicht wirklich reglementieren - richtig ist, was von der Mehrheit (oder von der Intelligenzija?) als richtig empfunden wird. Der Duden macht das ja schon sehr lange so, dass er alles aufnimmt (sowohl Wörter als auch grammatikalische Formen und Schreibweisen) was in gedruckten Erzeugnissen oft genug verwendet wird.
Wenn wir Pech haben, blüht uns das gleiche wie den Norwegern: Da gab's eine Rechtschreib-Reform, danach eine Reform der Reform. Mittlerweile schreibt jeder wie er will, und es ist alles irgendwie richtig.

Montag
08.10.2004, 23:37
@Dreamflower:
"Grund":
Einen Grund gibt es sicher. Doch ob es ein guter Grund - im Gegensatz zu schlichter Faulheit - ist wäre schon wesentlich, nicht?

"Stammprinzip sieht komisch aus":
... weil Du es Dir anders gewöhnt bist! Für ein frisches Hirn kann es hingegen schon einleuchtender sein, dass "aufwändig" sich ähnlich wie "Aufwand" schreibt - oder siehst Du das anders?

"Unfähige Deutsche können kein Französisch":
Das hat mit Unfähigkeit nichts zu tun. Es ist doch sinnlos, innerhalb der gleichen Sprache ein Dutzend Orthographien nebeneinander zu führen, nur damit der Gelehrte sich auf die Schulter klopfen kann und voller Freude den Ursprung eines Wortes etwas leichter eraten kann? Es ist nun mal eine Tatsache, dass die Mehrheit der Deutschen nicht besonders gut Französisch spricht bzw. schreibt. Das kann eine Reform der Rechtschreibung nicht ändern - und die Sprache ist ja nicht nur für die sprachliche Elite sondern auch für den Alltagsgebrauch gemacht.

"Warum Dinge aus Rücksicht auf Faulheit ändern":
... und warum Dinge aus Rücksicht auf die eigene Faulheit nicht ändern? Wenn ich mir so anhöre, was an der Rechtschreibreform alles kritisiert wird drängt sich mir jedenfalls die Vermutung auf, das Problem sei nicht diese Reform, sondern dass wir "alten" umlernen müssen.

@Kdansky: "Forumlesen ist Marter":
Manchmal schon. Wobei mich die semantischen Ungereimtheiten mehr stören als die Syntaktischen ...

@Eromb, "reale Sprachen haben Ausnahmen"
Das ist mir nicht entgangen. Und jetzt? Sind damit Ausnahmen plötzlich wünschenswert geworden?

"ältere Texte lesen können":
Sicher. Das wird durch die NDR aber auch nicht gefährdet...

Montag

Valio
09.10.2004, 15:48
Also ich stimme dafür die Sprache aus dem 2. Weltkrieg (http://www.taboo-breaker.org/language/reinheit.htm) einzuführen. Dann werdet ihr alle mal ETH-Denkbolde, ernähren uns von Süssschmiere, Wonnekleister und Schlauchäpfeln und rauchen Dörrblätterwürste. Und denjenigen die das nicht mögen dürfen in den Jungfernzwinger.
So. Und jetzt dürft ihr mich von mir aus mit Meuchelpuffern erschiessen... :P

Kdansky
11.10.2004, 00:22
Original von Montag
@Dreamflower:
"Grund":
Einen Grund gibt es sicher. Doch ob es ein guter Grund - im Gegensatz zu schlichter Faulheit - ist wäre schon wesentlich, nicht?

"Warum Dinge aus Rücksicht auf Faulheit ändern":
... und warum Dinge aus Rücksicht auf die eigene Faulheit nicht ändern? Wenn ich mir so anhöre, was an der Rechtschreibreform alles kritisiert wird drängt sich mir jedenfalls die Vermutung auf, das Problem sei nicht diese Reform, sondern dass wir "alten" umlernen müssen.
Würde also auch sagen, dass man solche Sachen ändern sollte, die unnötig Arbeit verursachen. Gilt für Sprache (deutsches sz), Software-design (schlechte GUIs aka shell :P), Arbeit (Handwerker -> Manufaktur -> Fabrik -> Roboter) und so ziemlich alles andere auch. Oder macht ihr euch eure Notitzen etwa auf Steintafeln, weil Papier neumodischer Quatsch ist und nicht lange hält? Aufwand ist ja schliesslich egal :)


@Kdansky: "Forumlesen ist Marter":
Manchmal schon. Wobei mich die semantischen Ungereimtheiten mehr stören als die Syntaktischen ...
Die inhaltlichen Fehler sind Bonus, die sind eh schon unverbesserlich, aber bei der Rechtschreibung könnte eigentlich auch der grösste Hohlkopf trotzdem auftrumpfen. In der Praxis kommt schlechte Syntax gern mit schlechter Semantik daher, welch unerwarteter Zufall!? :D

Edit: Ordografi, schliesslich habe ich Fehler gefunden!